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Am Sonntag den 6. Juni wurde unweit von Tübingen in Hailfingen/Tailfingen eine KZ-Gedenkstätte eröffnet. Neben einer Reihe von Zeitzeugen, darunter der Auschwitz-Überlebende Israel Arbeiter, war auch der Antisemit und Neonazi Janus Nowak (NPD Kreisrat) unter den Gästen. War er zunächst ein- und dann wieder ausgeladen worden, so wurde das zuletzt öffentlich gegen ihn ausgesprochene Hausverbot weder von den Veranstaltern noch von den anwesenden Ortnungshütern durchgesetzt. Aufgrund eines Telefonanrufs verließ der NPD Mann den Veranstaltungsort nach einiger Zeit, woraufhin er im Foyer von einer Gruppe entschlossener Antifaschist_innen in Empfang genommen und ins freie geleitet werden konnte. Daraufhin wurde er unter Polizeischutz vom Veranstaltungsort entfernt. Durch das geistesgegenwärtige Vorgehen der Aktivist_innen konnte ohne maßgebliche Störung der andächtigen Veranstaltung eine weitere Teilnahme Nowaks verhindert werden. Dennoch wurde auch besagten Antifaschist_innen die weitere Teilnahme an der Feier unter dem Vorwand offenbar plötzlich in Kraft getretener “Brandschutzbestimmungen” verwehrt. Die Polizei nahm die Personalien einer Person auf. Die Antifa Reutlingen-Tübingen (ART) verteilte Flugblätter, die die Besucher_innen auf den unerwünschten Gast und seinen rechten Hintergrund hinweisen sollten.

Der Rest der Veranstaltung konnte jedoch ungestört und im der Sache angemessenen Rahmen stattfinden.  Auf dem Fußweg zur Gedenkstätte fanden sich später vereinzelt Flyer der NPD.

Neben den üblichen Lokalzeitungen berichtete auch die Junge Welt über den Vorfall: http://www.jungewelt.de/2010/06-09/007.php

Leider keine Erwähnung auf der Einweihungsfeier fand die Tatsache, dass sich die Tübinger DKP, die lokale VVN und andere Antifaschist_innen bereits seit 1985 um ein Gedenken der Naziverbrechen in Hailfingen/Tailfingen bemüht. Konsequenter Antifaschismus hat bis heute keinen Platz in der “Mitte” der Gesellschaft und wird umgekehrt vom bürgerlichen Staat und seinen Repressionsorganen als Phänomen am “linken Rand” dargestellt und im Rahmen verschiedener Extremismustheorien immer häufiger mit der faschistischen Bedrohung von rechts gleichgesetzt und bekämpft.

Gegen Geschichtsklitterung und jede Verharmlosung der NS-Verbrechen!

Für einen revolutionären Antifaschismus!

“Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!” Die erste provisorische Tafel wurde am 12.5.1985 von DKP, VVN-BdA, MSB Spartakus und weiteren Antifaschist_innen aus Tübingen aufgestellt, angeregt vom (damaligen) DKP-Stadt- und Kreisrat Gerhard Bialas (Foto). Schon nach wenigen Tagen fiel die Tafel offenbar rechts motiviertem Vandalismus zum Opfer.

 

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