Lesekreis

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Archiv für die Kategorie „Lokal“

Die Nacht von Samstag auf Sonntag, den 8. Mai, haben laut Infoportal tueinfo antifaschistische Aktivist_innen in Tübingen dazu genutzt, den Tag der Befreiung mit verschiedenen kreativen Aktionen wieder ins allgemeine Bewusstsein zu rufen. Sie brachten an verschiedenen Orten der Stadt rote Fahnen an, wie sie auch vor 66 Jahren von der Roten Armee als Symbol der Freiheit und des Friedens auf dem Reichstag in Berlin gehisst wurden.

Außerdem haben die Aktivist_innen den Tag der Befreiung zum Anlass genommen, um an einen lokalen Kommunisten und Antifaschisten zu erinnern, dessen Lebensgeschichte in Tübingen fast vollständig in Vergessenheit geraten ist: Friedrich Wolf.

“Auch die beiden Statuen vor der Neuen Aula hielten am Tag der Befreiung die rote Fahne hoch. Mit diesen Statuen hat es eine besondere Bewandtnis: Sie stellen den jungen Friedrich Wolf (1888-1953) dar. Als Medizinstudent in Tübingen war er, um sich etwas dazu zu verdienen, Modell für anatomische Aktzeichnungen gestanden, nach denen die Statuen gestaltet wurden. [...] Deshalb haben wir Friedrich Wolf am Tag der Befreiung nicht nur noch einmal die rote Fahne tragen lassen, sondern auch am Sockel der Statuen Plaketten angebracht, die an ihn erinnern, mit der Aufschrift: Friedrich Wolf (1888-1953) – Schriftsteller, Arzt, Kommunist und Antifaschist.

Heute, 66 Jahre nach dem historischen Sieg über den deutschen Faschismus, müssen wir erleben, dass, während der notwendige antifaschistische Kampf durch den Staat zunehmend kriminalisiert wird, sich „nationale Sozialisten“ abermals massiv organisieren und ihre menschenverachtenden Ziele wieder offen propagieren.[...] Dieser Entwicklung müssen wir mit aller Entschlossenheit entgegentreten. “

Wir begrüßen diese und ähnliche Initiativen und solidarisieren uns mit der Aktion. Antifaschismus und die Erinnerung an vergangene antifaschistische Kämpfe dürfen in Deutschland nicht dem Staat überlassen bleiben. Nicht erst am 1. Mai in Heilbronn hat sich unmissverständlich gezeigt, auf wessen Seite dieser letztlich steht, wen er schützt und wen er bekämpft. Rechts drückt er sein Auge wohlwollend zu, während er nach links knüppelt, spitzelt und kriminalisiert. Und auch öffentlich erinnert wird nur an solche Antifaschist_innen, die nicht den Kapitalismus als Wurzel und die Herrschende Klasse als Geburtshelfer des Faschismus erkannt und bekämpft haben. Für uns muss die Erinnerung am Tag der Befreiung an jene, die gegen den Faschismus gekämpft und ihn besiegt haben, auch den Kämpfen von heute und morgen gewidmet sein! Daher gilt:

Den Widerstand organisieren,
die Antifaschistische Aktion aufbauen!

Über die Aktion:

http://www.jpberlin.de/tueinfo/cms/node/19619

Vergangenes Wochenende hat es in dem kleinen Ort Winterbach im Rems-Murr-Kreis einen Naziangriff gegeben, der von einer neuen Qualität rechter Gewalt hier in der Region zeugt. 30 Neonazis haben in der Nacht von Samstag auf Sonntag eine Gruppe jugendlicher Migrant_innen attackiert und versucht, diese umzubringen. Die Gruppe hatte sich in eine hölzerne Gartenhütte geflüchtet, welche der faschistische Mob daraufhin in Brand steckte. In letzter Sekunde gelang es den Jugendlichen zwar den Flammen, nicht aber den Angreifern zu entkommen. Mehrere Personen erlitten Rauchvergiftungen und teils schwere Verletzungen.

Am Sonntag den 17. April (15:00, Uhr Winterbach S-Bahnhof) organisiert die Initiative “Weiler schaut hin! e.V.” eine Demonstration gegen Nazigewalt und rechte Strukturen.

Wir rufen dazu auf, sich an dieser Demo zu beteiligen und organisieren eine gemeinsame Zug-Anfahrt aus Tübingen! Je mehr wir sind, desto besser und sicherer für alle, überlegt euch also zweimal, ob ihr euch in Kleingruppen mit Privat-PKWs oder kollektiv mit der Bahn bewegen wollt. Meldet euch bei uns für weitere Infos (kontakt [at] marxistische-aktion.de).

TREFFPUNKT für gemeinsame Anfahrt aus Tübingen: Sonntag, 17. April, 12:45 vor der Bahnhofshalle (Hbf)

Weitere Informationen: www.weiler-schaut-hin.de
JW-
Artikel: Großrazzia wegen Brandanschlag

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Lesekreis wird verschoben

Angesichts der Vorfälle in Winterbach haben wir uns entschieden, die erste Sitzung unseres aktuellen Lesekreises zum Thema Faschismustheorien um eine Woche zu verschieben und bitten um das Verständnis aller Interessent_innen. (Informationen, Texte und einen vorläufigen Sitzungsplan findet ihr unter: Lesekreis und AK Theorie.blogsport) In Zeiten, in denen unsere gemeinsame Praxis gefragt ist, dürfen wir uns nicht auf die reine Theorie zurückziehen! Unserer Ansicht nach würde sich der Zweck unserer theoretischen Arbeit ad absurdum führen, wenn wir, um sie zu ermöglichen, ruhig dabei zusehen müssten, wie Nazis ein paar Kilometer von hier mehrfachen versuchten Mord an Migrant_innen begehen!

Kommt also alle mit zur Demo, lesen können wir nächste Woche!

Kein Fuß breit den Faschisten!

Mittwoch,den 09.Februar 2011
ab 19.00 Uhr (mit VoKü)
Schelling-Hausbar

Veranstaltung im Gedenken an den kürzlich verstorbenen Interbrigadisten Josef Eisenbauer

Der Genosse Josef Eisenbauer war ursprünglich von uns und der VVN-BdA nach Tübingen eingeladen worden, um über sein Leben und insbesondere die Zeit als Interbrigadist im Spanischen Bürgerkrieg zu berichten. Leider starb er am 10. Dezember im Kreise seiner Familie in Wien.

Einen ausführlichen Nachruf haben wir hier veröffentlicht.

Wir möchten den Abend dazu nutzen, mit einer Themeneinführung zum Spanischen Bürgerkrieg und dem Film “Brigadistas” an die Frauen und Männer der Internationalen Brigaden und ihren Kampf gegen den europäischen Faschismus zu gedenken.

“Brigadistas” – Ein Dokumentarfilm von Daniel Burkholz

Im Juli 1936 putschte das Militär gegen die Spanische Republik. Aus der ganzen Welt kamen über 40 000 Freiwillige nach Spanien und kämpften in den Internationalen Brigaden gegen den Faschismus und General Franco .

70 Jahre nach Beginn des Spanischen Bürgerkriegs kehren die letzten noch lebenden internationalen Kämpfer_innen nach Spanien zurück. Die Brigadistas, 36 Frauen und Männer – die Jüngste 86, der Älteste 99 Jahre alt, unter ihnen auch Josef Eisenbauer –, begeben sich auf eine Reise, die sie von Madrid über Zaragossa nach Barcelona quer durch Spanien führt. Sie berichten über das Erlebte und wollen ihre Ideen und Ideale weitergeben.

“Dem Film gelingt es vor allem, die Erklärung der Spanienkämpfer an die Nachgeborenen festzuhalten. Er verbindet lebendige Zeugnisse der Geschichte mit einem Einblick in das Spanien und einen Teil der antifaschistischen Bewegung von heute. [...] ” (Filmreview auf der Homepage des Verleihs)

Eine gemeinsame Veranstaltung mit der VVN-BdA Tübingen-Mössingen (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten).

Es gibt vor dem Film auch Tickets für die Busfahrt nach Dresden zu erwerben, um dort am 19.2. gemeinsam den Naziaufmarsch zu stoppen.

Als Antifaschist_innen betrachten wir es als unsere Aufgabe, die Erinnerung an Menschen wie Josef Eisenbauer – an ihren Mut, ihre Konsequenz und ihre Entschlossenheit – lebendig zu halten und weiter zu tragen. Ihrem Andenken sehen wir uns verpflichtet!

Hoch die internationale Solidarität!

¡No Pasarán!

Mössingen, der einzige Ort in Deutschland, an dem es am 31. Januar 1933 zu organisiertem Widerstand gegen die Machtübertragung an Hitler und die NSDAP gekommen ist, ist heute in kleinbürgerlicher Grabesstille versunken – nach wie vor wird dort von öffentlicher Seite aus mehr für das Vergessen als für die Erinnerung an die grauenhaften Verbrechen des deutschen Faschismus und jene mutigen Menschen, die ihr Leben im Widerstand riskiert haben, getan. In der Nacht vom 30. auf den 31. Januar haben antifaschistische Aktivist_innen aus der Region versucht, dem mit einer kreativen Erinnerungsaktion etwas entgegen zu setzten. Wir begrüßen dieses Initiative!

Folgender Artikel wurde anonym auf einem lokalen Infoportal veröffentlicht – am Folgetag berichtete auch die Lokalzeitung Schwäbisches Tagblatt.

“Heute jährt sich zum 78. Mal der Mössinger Generalstreik gegen die Machtergreifung Hitlers am 31. Januar 1933. Damals hatten sich Arbeiterinnen und Arbeiter der Textilindustriebetriebe der schwäbischen Kleinstadt unter Führung der KPD in der Antifaschistischen Aktion zusammengeschlossen und zum Massenstreik gegen die Machtübertragung an die Nazis aufgerufen. Leider blieb das entschlossene Vorgehen der organisierten Mössinger Arbeiterschaft einzigartig in Deutschland. Der Streik wurde durch eine aus der nahe gelegenen Stadt Reutlingen beorderten Einheit der Bereitschaftspolizei niedergeschlagen, die “Rädelsführer” der Aktion am Folgetag verhaftet. Einige dieser mutigen Menschen mussten wegen ihrer Widerstandstätigkeit mehrere Jahre in Nazizuchthäusern absitzen und hatten während des gesamten Zeit der NS-Herrschaft unter den Schikanen und ständigen Drohungen des faschistischen Macht- und Repressionsapparats zu leiden. Und auch nach der militärischen Niederlage des deutschen Faschismus war für viele von ihnen die Zeit der politischen Repression nicht vorbei. Vom KPD-Verbot 1956 waren auch die Mössinger Streikführer von 1933 betroffen, die für ihre antifaschistischen Überzeugung Kopf und Kragen riskiert hatten. Sie hatten die Kriegswirren und den Naziterror überlebt um nun in der BRD im Namen der “freiheitlich demokratischen Grundordnung” daran gehindert zu werden, ihren politischen Kampf für die Befreiung der Menschen und gegen Ausbeutung und Unterdrückung weiterzuführen.  [ganzen Text lesen]”

Wie unter den herrschenden Verhältnissen kaum anders zu erwarten, wurde von der Gemeinde in Windeseile alles dafür getan, die unliebsamen Plakate wieder aus dem Stadtbild zu entfernen.

Gegen das Vergessen !

Für einen revolutionären Antifaschismus !

Bildungsstreik Kundgebung am Dienstag, 25. Januar 2011 um 19:00 Uhr auf dem Holzmarkt in Tübingen

Landesweite GROßDEMONSTRATION am Samstag, 29. Januar, 16:00, Lautenschlagerstraße Stuttgart (Treffen zur gemeinsame Anfahrt aus Tübingen: 14:30, Haupteingang Hbf)

Die Kundebung in Tübingen ist Teil der Landesweiten “Protestfeuer”-Mobilisierung.

Thematischer Schwerpunkt in Tübingen werden Polizeigewalt und Repression gegenüber Aktivist_innen sein, die sich in verschiedenen Bereichen gegen die herrschende Ordung und ihre Organe stellen, sei es in Form von Demonstrationen, Blockaden oder anderen Arten des Protests. Dies betraf im vergangenen Jahr auch die breiten Bildungsproteste, die von Schulen, Hochschulen und Ausbildungsbetrieben ausgingen. Die polizeiliche Räumung des durch tübinger Student_innen besetzten Kupferbaus im Winter vor einem Jahr ist uns noch gut in Erinnerung, ebenso das brutale Vorgehen der Polizei am 30.09. im Schlosspark in Stuttgart, wo sich friedliche Demonstrant_innen verschiedenster Spektren dem wahnwitzigen Milliardenprojekt “S-21″ entgegengestellt hatten und von den Staatsschergen brutal angegriffen wurden. Repression durch den Staat drückt sich aber nicht nur in dieser direkten, gewalttätigen Form aus. Vielmehr ist sie längst stillschweigende Alltagspraxis geworden. Sie beginnt mit Lehrern und Direktoren, die ihren Schüler_innen mit Nachsitzen drohen, wenn sie sich während des Unterrichts an einer Demonstration beteiligen wollen, sie zeigt sich im Versammlungsgesetz und der nicht vorhandenen Kennzeichnungspflicht für die profesionellen Prügelkommandos der Polizei, und nicht zuletzt hat sie mit der Enttarnung des LKA Spitzels “Simon Brenner” in Heidelberger Bildungsstreik und Antifa Strukturen ihren vorläufig zynischen Höhepunkt gefunden. Und doch liegt der Verdacht nahe, dass bisher nur die Spitze eines Eisberges sichtbar geworden ist. Aber wir lassen uns nicht einschüchtern – nicht im Bildungsstreik, nicht im Kampf gegen Krieg und Militarismus, nicht bei den Krisenprotesten und nicht im aktiven Vorgehen gegen Neofaschisten und Rassisten – deshalb werden wir uns am 25.01. auf dem Holzmarkt versammeln, um ein gemeinsames Zeichen gegen diesen Repressionsapparat zu setzen und für ein freies Bildungssystem zu protestieren!

Die Marxistische Aktion Tübingen ist aktiver Teil des lokalen Bildungsstreik Bündnisses.

In den Bildungsprotesten setzen wir uns für eine klar antimilitaristische Position ein und organisieren u.a. Widerstand gegen die Militarisierung des öffentlichen Raums sowie der Schulen und Hochschulen.

Dauerhaften Frieden sowie eine freie und gerechte Bildung kann es nur jenseits der kapitalistischen Ordnung geben – für eine klassenkämpferische, revolutionäre Perspektive !

Hier der Redebeitrag des Tübinger Bildungsstreik-Bündnisses.

Bildungsstreik Tübingen

Bildungsstreik BW

Am 27. November fand in Schorndorf-Weiler eine Demonstration gegen das dortige Nazizentrum “Linde” statt. Die anwesenden Antifaschist_innen ließen sich auch von wiederholten Polizeiprovokationen, Nazifotografen und Gerüchten über umherziehende Nazigruppen nicht einschüchtern. Die Aktion war ein entschlossenes Signal gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und andere Formen der Diskriminierung – Tendenzen die keinesfalls dem rechten Rand des politischen Spektrums vorbehalten sind, sondern sich zunehmend auch in der sogenannten “bürgerlichen Mitte” der Gesellschaft breit machen. Mit 300 Teilnehmer_innen aus verschiedenen Spekrten kann die Demo als Erfolg gewertet werden. Dennoch bleibt unser gemeinsames Engagement gegen die Nazis in Weiler und den Faschismus überall auf der Welt notwendig und legitim !

Hier findet ihr einen Bericht zur Demo und die Seite des Vereins “Weiler schaut hin !” Unsere Solidarität und Unterstützung gelten den mutigen Aktivist_innen vor Ort.

Für einen revolutionären Antifaschismus !

Die Aktivist_innen des Kommando Robin Hood und das Bündnis “Wir zahlen nicht für eure Krise” sind in Tübingen erneut in Aktion getreten. Eine ausführliche Stellungnahme folgt – Berichterstattung zur Rathausbesetzung am Montag, 8. November (Junge Welt):

Tübingen: Protest gegen geplante Sozialkürzungen legt Gemeinderat lahm. Grünen-OB hält das für undemokratisch

Von David Schecher, Tübingen

Im Anschluß an eine Kundgebung auf dem Tübinger Marktplatz kam es am Montag zu einer Sitzblockade vor dem großen Sitzungssaal des Rathauses der Stadt. Das »Krisenbündnis« hatte zu Protesten gegen vom Gemeinderat geplante Kürzungen in Höhe von 6,6 Millionen Euro in den Bereichen Soziales, Kultur und Erziehung aufgerufen. Im Anschluß an die Kundgebung versuchten rund 35 Personen, das Gemeinderatstreffen durch eine Sitzblockade zu unterbinden. Für anderthalb Stunden sperrten die Aktivisten den Eingang in den großen Sitzungssaal und verzögerten so das Zusammenkommen der Stadträte. Von diesen reagierten einige extrem ungehalten. Der Vorsitzende der FDP-Fraktion, Dr. Kurt Sütterlin, forderte die Blockierer mehrmals auf, »die Klappe zu halten«. Einen mit Akzent sprechenden Aktivisten fragte er: »Wo kommst du überhaupt her?« und fuhr dann fort: »Hier in Deutschland haben wir eine Demokratie, ich weiß ja nicht, wie das bei dir ist.« Der Aktivist kam aus Frankreich.

Als nach einiger Zeit auch Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) auftauchte, versuchte dieser zunächst, mit den Blockierern zu diskutieren. Wenn die Gemeinde nicht kürze, so der OB, werde das Regierungspräsidium die Kürzungen durchziehen. Auf den Vorschlag, die Streichungen so lange wie möglich zu verzögern und sich gemeinsam mit den Bürgern auch auf der Straße und durch breiten Protest für eine bessere Finanzierung der Kommunen einzusetzen, ging er nicht ein. Palmer betonte, die Aktivisten würden undemokratisch handeln, indem sie den gewählten Gemeinderat in seiner Arbeit behinderten. Dieses Gremium tagte schließlich in einem anderen Saal. Zuvor wurden drei Aktivisten zu einem Gespräch mit dem Ältestenrat hinzugeladen, wo sie ihre Position erläutern sollten. Dies hatte allerdings keinen Einfluß mehr auf das Kürzungspaket.

Berichte auf TUEINFO und im SCHWÄBISCHEN TAGBLATT

Montag, 8. November 2010, 17 Uhr –

Kundgebung auf dem Tübinger Marktplatz

“Reichtum und Banken endlich in die Verantwortung nehmen!”

Im „Nachklang“ der Finanzmarktkrise kommt es in Tübingen, wie in tausenden anderen Kommunen, zu massiven Kürzungshaushalten: 6,6 Millionen sollen im städtischen Haushalt zusammengekürzt werden. Die Kosten der kapitalistischen Krise sollen so auf die Bevölkerung abgewälzt werden. Wie immer in dieser Ordnung werden Profite privatisiert und Verluste sozialisiert.

Die Konzerne machen Milliardenprofite, während zeitgleich über die Köpfe der Bevölkerung hinweg immer neue Kürzungsprogramme durchgesetzt werden. Die Möglichkeit zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, der Zugang zu Bildung, Kultur und sozialen Angeboten wie Kinderbetreuung wird erschwert oder gar verunmöglicht.

In einem pseudodemokratischen und teuren Umfrageprojekt sollte die Tübinger Bevölkerung im September zwischen Pest oder Cholera entscheiden: Streichen wir KiTas oder doch ‚lieber’ Kulturinitiativen, ‘lieber’ sportpädagogische oder Gleichstellungsprojekte? Die Ergebnisse dieser “Umfrage” werden am 8. November vermutlich um 18 Uhr im Gemeinderat vorgestellt.

Gehen wir gemeinsam dagegen vor! Unter dem Bündnismotto “Für einen Schutzschirm für die Menschen und für die Kommunen” veranstaltet das Krisenbündnis Tübingen um 17 Uhr eine Kundgebung auf dem Marktplatz. Kommt und bringt viele „Rettungs“-Schirme mit!

Die Marxistische Aktion Tübingen ist Teil des Bündnisses “Wir zahlen nicht für eure Krise”. Um die Symptome der krise bekämpfen zu können, müssen wir ihre Ursache kennen: den Kapitalismus. http://nichtfuereurekrise.wordpress.com/

Beteiligt euch solidarisch an den Protesten!

Gemeinsam kämpfen!


Stuttgart:

Am Samstag, den 13.11. um 12:00 Uhr findet in Stuttgart eine große Kundgebung auf dem Schlossplatz statt.

Schon um 10.30 Uhr versammelt sich das Jugendbündnis Stuttgart unter Federführung der ver.di-Jugend beim DGB-Haus für eine eigene Vordemo. Die Veranstaltungen sind Teil einer Reihe von  Aktionen,  die bundesweit unter dem Motto “GERECHT GEHT ANDERS!”  vom 24. Oktober bis 13. November stattfinden. Wir rufen alle Tübingerinnen und Tübinger auf, sich an den Demonstrationen zu beteiligen!

Mehr Informationen – auch zur gemeinsamen Anfahrt von Tübingen -  finden sich in Kürze hier.

Gegen die Militarisierung der Gesellschaft

Vom 22. – 24. Oktober 2010 wird in Balingen (Zollernalbkreis) bereits das zweite Mal in Folge das sogenannte „BW-Musix“ stattfinden. Dabei handelt es sich um einen Blasmusikwettbewerb, der vom Militärmusikdienst der Bundeswehr organisiert und von der Stadt Balingen mitveranstaltet wird.  Die Leistungen der jugendlichen Musikanten werden von Offizieren in Uniform bewertet, Feldjäger patrouillieren über das Gelände. Dies ist ein Einsatz der Bundeswehr, bei dem schon Kinder einer militärischen Autorität – nicht nur in Form der Jury – ausgesetzt werden

Die Bundeswehr versucht mit derartigem Gebärden Sand in unsere Augen zu streuen um sich selbst und ihr Handeln zu verklären. Solche Veranstaltungen tragen dazu bei ein falsches Bild der Bundeswehr zu entwickeln, welches nicht von Leid, Ausbeutung und Tod geprägt ist. Die Bundeswehr ist aber in erster Linie als Instrument des deutschen Kapitals zur Durchsetzung seiner geostrategischen Ziele und imperialistischen Ambitionen zu sehen. Mit ihrer Hilfe sollen wirtschaftliche Interessen auf der ganzen Welt militärisch durchgesetzt und verteidigt werden. Sie setzt als bewaffnetes Staatsorgan die Interessen der herrschenden Klasse durch – wo nötig, wie im Fall des Afgahnistan Kriegs, der gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung geführt wird, auch ohne jede bürgerlich-demokratische Legitimation. Dem Versuch einer solchen Vereinigung zunehmend gesellschaftliche Akzeptanz zu verschaffen, muss entschieden entgegengetreten werden!

Der schleichenden Militarisierung der Gesellschaft mit Hilfe von Werbekampagnen und “Kulturevents”,  Jugendoffizieren an Schulen und Universitäten, öffentlichen Gelöbnissen und eben Veranstaltungen wie „BW- Musix“, muss neben praktischem Widerstand auch eine ‚Aufklärung‘ über wahre Motive und Methodik der Bundeswehr entgegengesetzt werden. Diese ‚Aufklärung‘ darf sich nicht nur auf eine oberflächliche Kritik der Symptome beschränken, sondern muss vielmehr zum Ursprung des Problems vordringen, welcher sich in den kapitalistischen Produktionsverhältnissen, hier und anderorts, findet.

“Der Kapitalismus trägt den Krieg in sich wie die Wolke den Regen.” – Jean Jaurès

Krieg ist die logische und notwendige Konsequenz von Profitmaximierung, er ist eine Seite der Medaille, Kapitalismus die andere. Seit der Verbreitung der kapitalistischen Produktionsweise in Europa und später über den größten Teil der Erde, stellen sich nicht nur Ressourcensicherung, sondern auch das Erschließen neuer Absatzmärkte, als eigentliche Kriegsgründe dar. Eine Reihe von Konzernen, nicht zuletzt solche mit Standort in Deutschland, so z.B. Heckler und Koch (Sitz: Oberndorf am Neckar), profitieren von bewaffneten Konflikten weltweit. Konzerne, Staaten und ihre Kriege bilden ein äußerst profitables Triumvirat, dass nie im Interesse der Menschen sondern immer im Interesse des Kapitals seine gewaltige Macht entfaltet – die Folgen sind Tod, Zerstörung, Vertreibung, Elend und Ausbeutung. Ein weiteres Vordringen der Bundeswehr in öffentliche Räume gilt es also zu verhindern. Insbesondere junge Menschen, präferierte Zielgruppe der militaristischen Propaganda, müssen vor derartigen Rekrutierungsveranstaltungen gewarnt und über ihren eigentlichen Charakter aufgeklärt werden. Ziel muss es sein, ihr Stattfinden wo möglich zu verhindern und sie zur Bühne eines schlagkräftigen Engagements gegen Krieg, Militarisierung und Kapitalismus zu machen.

„BW-Musix“ bedient sich der Blasmusik um auf militärische Gewalt einzustimmen und eine motivierende Atmosphäre zu schaffen. Durch die Einbettung des Soldatenberufes in Kulturengagement und ungezwungene Freizeitstimmung, wird er verharmlost und als attraktive Alternative für Jugendliche dargestellt, die sich Gedanken über eine musikalische Laufbahn in ihrem beruflichen Leben machen, ohne dabei zu erwähnen, dass auch der eigene Tod als mögliches Ende eines Diensttages eintreten kann.

Wir fordern die Stadt Balingen dazu auf, diese Veranstaltung nicht erneut zu unterstützen!

Wir rufen dazu auf, am Samstag, den 23. Oktober 2010 gegen„BW-Musix“ in Balingen auf die Straße zu gehen!

Demobericht und Bilder

Bundeswehr raus aus dem öffentlichen Raum!

Gegen Krieg und Kapitalismus! Für eine klassenlose Gesellschaft!

 

… und den Kapitalismus gleich mit!

Solidarität mit den Protesten gegen Stuttgart 21

Über die Protestbewegung gegen das Immobilien-, Bahn- und Prestigeprojekt „Stuttgart 21“ wird seit Monaten immer wieder berichtet. Der Protest ist in seiner Erscheinungsform ein zutiefst bürgerlicher: Da wird  vornehmlich mit bunten Transparenten, kreativen Plakaten und schwäbischem Pathos „Wir sind das Volk!“ skandiert, „Unsere Polizei!“ angemahnt und hier und da aufgebracht die baden-württembergische Fahne geschwenkt.

Ausdrücklich wird mit der Phrasendrescherei von „friedlichem Protest“ und „gewaltfreien Aktionen“ betont, dass man sich im Schlosspark Stuttgart von den sonst üblichen “gemeinen und aggressiven” Schwarzer-Block-Demonstranten, von denen man allerorts liest, ganz gehörig abhebe. [...]

Nun ist es am Donnerstag den 30.9. zu schweren Übergriffen der Polizei auf die Demonstrierenden gekommen. Friedliche Gegner des Projekts sahen sich einer massiv agierenden Polizeigewalt ausgesetzt, die mit Wasserwerfereinsätzen und Prügelattacken schwere Augenverletzungen, Knochenbrüche und Gehirnerschütterungen bewusst in Kauf nahm, um Raum für die beginnenden Abholzungsarbeiten des Parks zu gewinnen.

Es muss klar sein, dass die polizeilichen Übergriffe im Schlosspark kein Einzelfall sind und auch keine ‚Überreaktion’ einzelner Polizisten, sie sind vielmehr struktureller Natur und immanent eingebunden in die autoritäre Ideologie eines Staates, der nach Außen und Innen zunehmend aufrüstet.[...]

 

Für uns als Antikapitalist_innen muss es darum gehen, der aktuellen S21- Gegenbewegung solidarisch zur Seite zu stehen. Zeitgleich ist es notwendig, eine revolutionäre Perspektive durchzusetzen, grundlegende Interessensgegensätze aufzuzeigen und durch Kampf- und Aushandlungsprozesse Veränderungen auch in den Köpfen der Mitstreiter_innen herbeizuführen. Wir kämpfen für die vollständige Überwindung kapitalistischer Verhältnisse. Unsere Kritik richtet sich gegen die kapitalistische Gesamtheit und nicht nur gegen die aktuell diskutierten Ausprägungen dieses Systems. [...]

Solidarität mit den Protestierenden in Stuttgart!

Für eine revolutionäre Perspektive!

Ein ausführlicher Standpunkt findet sich in der Rubrik “Materialien” unter “Texte” oder hier.

Generelle Informationen zu den Protesten gegen Stuttgart 21:

http://www.bei-abriss-aufstand.de

http://www.jugendoffensive-gegen-s21.de.vu/

http://www.n-tv.de/politik/politik_kommentare/Alle-Gewalt-geht-vom-Staate-aus

#INFO-Seite online!

Alle #INFO-Broschüren der MAT gibts zum Download unter infomat.blogsport.de