Lesekreis

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   Nach drei Jahren intensiver politischer Arbeit haben wir, die Genoss_innen der Marxistischen Aktion Tübingen, den kollektiven Entschluss gefasst, unser bisheriges politisches Projekt aufzulösen – nicht, weil es gescheitert oder überflüssig geworden wäre, sondern weil es seine Aufgabe erfüllt hat und die Zeit reif dafür ist, neuen Zukunftsperspektiven Platz zu machen. Nach einer tiefgreifenden und systematisch geführten Debatte über die bisher von uns gesammelten Erfahrungen und die notwendigen Schritte nach vorn sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass die organisatorische Form, die wir uns als MAT gegeben haben, an die Grenzen ihrer Möglichkeiten gestoßen ist und sich zu einer Schranke entwickelt hat, die den Aufbauprozess unserer Bewegung nicht mehr vorantreibt, sondern hemmt. Und wenn sich die konkreten Erfordernisse des politischen Kampfes verändern, dann müssen wir unsere Strukturen diesen Erfordernissen anpassen.

Was war

   Die Ziele, die wir beim Aufbau der Marxistischen Aktion in unserem Selbstverständnis formuliert haben, bleiben aktuell und werden durch unseren jetzigen Schritt in keiner Weise widerrufen oder in Frage gestellt. An unserem Standpunkt, dass „eine wirklich emanzipatorische Perspektive nur im Kampf um den Sozialismus (als – durchaus widerspruchsvoller – Übergangsperiode zum Kommunismus) bestehen“ kann, hat sich nichts geändert. Ebenso gilt für uns weiterhin, dass „tatkräftige internationale Solidarität mit all jenen, die überall auf der Welt gegen Ausbeutung und Imperialismus aufbegehren“ ein zentraler Bestandteil revolutionärer Arbeit sein muss. Das wirkungsvollste Mittel der internationalen Solidarität besteht jedoch darin, den Klassenkampf in unserem eigenen Land, einem der wichtigsten Zentren des Imperialismus, zu organisieren und voranzutreiben. Karl Liebknechts Losung, „der Hauptfeind steht im eignen Land!“, hat heute nichts an ihrer Aktualität und Dringlichkeit verloren. Daher bleibt der „Aufbau einer starken kommunistischen Organisation“, wie wir es bei unserer Gründung damals formuliert haben, der wichtigste Punkt auf der Tagesordnung all jener, die es mit dem Kampf gegen den Kapitalismus und all seine Erscheinungsformen ernst meinen. Die Marxistische Aktion Tübingen hat sich dabei nie als Selbstzweck, sondern immer als Mittel im Kampf um Etappenziele verstanden. Und was diese Etappenziele betrifft, lassen sich nach drei Jahren Arbeit durchaus Erfolge verzeichnen:

  • Zunächst hat die MAT ihre Zielsetzung, einen Zusammenschluss und einen Ort der kollektiven Aneignung theoretischer und praktischer Kenntnisse für Kommunist_innen in Tübingen zu schaffen, erfolgreich umgesetzt. Der Grundsatz, dass „Theorie ohne Praxis leer, ebenso aber Praxis ohne Theorie blind ist“, hat sich in der Vergangenheit bestätigt und wird auch in der Zukunft unsere Maxime bleiben. Im Laufe der Zeit hat eine beachtliche Anzahl vorwiegend junger Menschen in der Arbeit in und mit der MAT die notwendigen Kenntnisse erworben, um sich aktiv in die Kämpfe gegen den Kapitalismus und für eine revolutionäre Perspektive jenseits der herrschenden Verhältnisse einbringen zu können. Einige dieser Genoss_innen sind mittlerweile in anderen Städten aktiv, andere werden sich weiterhin hier in Tübingen am Aufbau beteiligen.

  • Als MAT haben wir uns in Tübingen und Umgebung kontinuierlich an Kämpfen und Bündnissen beteiligt, sei es im Bildungsstreik, sei es bei den Krisenprotesten oder sei es im Bereich Antifa, Antimilitarismus und Frauenkampf. Dabei ist es uns immer wieder gelungen, klassenkämpferische Positionen in tagesaktuelle Auseinandersetzungen hineinzutragen, Kämpfe zu radikalisieren, unsere Gruppe und unseren Einfluss zu vergrößern, und uns nicht zuletzt als verlässlicher und disziplinierter, wenn auch bisweilen unbequemer und nicht immer geliebter Bündnispartner zu etablieren.

  • Darüber hinaus ist es uns gelungen, Tübingen wieder aktiver in die regionale antifaschistische Arbeit einzubinden und bei nicht wenigen Gelegenheiten größere Mobilisierungen in der Umgebung (z.B. zum 1. Mai 2011 in Heilbronn) tatkräftig zu unterstützen oder gar die Beteiligung an bundesweit angelegten Massenaktionen mit zu organisieren, so z.B. bei den jährlichen Protesten gegen die NATO Sicherheitskonferenz in München oder bei den Blockadeaktionen gegen die Naziaufmärsche in Dresden und Dortmund.

  • Eines der Ergebnisse dieser Arbeit ist, dass die teils „antiautoritäre“ bzw. sich in Abgrenzung zum Marxismus als „undogmatisch“ bezeichnende, teils „antideutsche“ Hegemonie, die die sich als links verstehende politische Szene in Tübingen vor dem in Erscheinung treten der Marxistischen Aktion beherrschte, gebrochen werden konnte. Zwar kontrollieren diese Kräfte weiter wichtige Bereiche der lokalen Subkultur und die mit dieser verbundene Infrastruktur (Plenumsräume, Veranstaltungsräume, Infoladen, etc…), haben aber schon lange nicht mehr die alleinige Deutungshoheit darüber, was eigentlich „links“ bzw. „politisch korrekt“ sei und was nicht.

  • Nicht zuletzt in diesem Zusammenhang kommt der Bildungs- und Aufklärungsarbeit, die wir bisher geleistet haben, besondere Bedeutung zu. In Lesekreisen und auf zahlreichen Veranstaltungen haben wir nicht nur versucht, unsere Analysen und Positionen zu verbreiten und zu verteidigen, sondern auch aktiv gegen die überall in der Gesellschaft, und nicht selten besonders bei vermeintlichen Linken verwurzelten, antikommunistischen Vorurteile vorzugehen (der Antikommunismus sei „die Grundtorheit unserer Epoche“, so Thomas Mann). Dabei sahen wir uns nicht selten genötigt, uns gegen aktiv gegen uns betriebene Diffamierung und Polemik zur Wehr zu setzen. Fest steht, dass seit der Aufnahme unserer öffentlichen Theorie- und Schulungsarbeit die vermeintlichen „linken Basics“ in der lokalen Szene um Themen wie Imperialismus, Klassenkampf, internationale Solidarität, Arbeiter_innenbewegung, Faschismus und Sozialismus erweitert wurden, Vokabeln, die in der Szene vorher allenfalls als diffamierende Kampfbegriffe verwendet wurden.

   Unsere Entscheidung, die MAT trotz der erzielten Erfolge aufzulösen, fußt auf einer umfassenden und kollektiven Auswertung der Erfahrungen der letzten drei Jahre. Diese Debatte wurde zunächst nur gruppenintern geführt, eine ausführliche Veröffentlichung wird es an dieser Stelle dazu aber nicht geben. Ob wir zu einem späteren Zeitpunkt eine öffentliche Auswertung der gelernten Lektionen, der begangenen Fehler und der Probleme, die die von uns gewählte Organisationsform mit sich bringt, zugänglich machen werden, muss sich erst noch zeigen. Kritik und Selbstkritik (wo gefahrlos möglich auch öffentlich) sind unseres Erachtens nach unverzichtbare Instrumente, wenn uns daran gelegen ist, unsere Bewegung vor Stagnation und Dogmatismus zu bewahren – es gehört zu den großen Herausforderungen des bevorstehenden Aufbauprozesses, unsere Theorie immer wieder an der Praxis zu überprüfen und unsere Praxis immer wieder an der Theorie zu orientieren.

Was kommen wird

   Auch wenn das 1989/91 viele anders gesehen haben mögen, das Ende der Geschichte ist noch lange nicht erreicht. Der Versuch, dem Kapitalismus ein Ende zu setzen und die Emanzipation des Menschen von der Ausbeutung durch den Menschen gesellschaftliche Realität werden zu lassen, hat eine große historische Niederlage erlitten – dies ändert jedoch nichts an der Legitimität und letztlich der historischen Notwendigkeit dieses Zieles. Und deshalb muss unsere Bewegung neu formiert und aufgebaut werden, hier in Tübingen und überall.

   Wenn wir von Aufbau sprechen, dann meinen wir den Aufbau einer Organisation, die fähig ist, den Kampf für unsere Interessen und letztlich für den Umsturz der herrschenden Verhältnisse und die Errichtung einer sozialistischen Gesellschaftsordnung mit dem Ziel, den Kommunismus zu erreichen, erfolgreich zu führen. Und wenn wir von Organisation sprechen, dann meinen wir einen Zusammenschluss von Menschen, die auf Basis der systematischen Analyse der Gesellschaft (mit Hilfe der marxistischen Theorie) kollektiv über die richtige Strategie und Taktik zur Verwirklichung dieser Ziele entscheiden, um diese dann ebenso kollektiv in der Praxis ihres Kampfes umzusetzen. Eine solche Organisation wird nicht aus einer autonom und nur lokal agierenden Kleingruppe hervorgehen – und sie ist nur zu haben für den Preis der Aufgabe eben dieser lokalen Autonomie, die noch allzu oft als heilige Kuh der linken Subkultur stur dem notwendigen Aufbau im Wege steht.

   Einige von uns sind der Auffassung, dass die Bedingungen für den Aufbau einer Organisation, die den oben formulierten Ansprüchen gerecht werden kann, für junge Kommunist_innen in Deutschland im Augenblick in der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) am vielversprechendsten sind. Der Aufbau einer Gruppe hier in Tübingen hat bereits begonnen: SDAJ-Tübingen

   Nun ist es aber so, dass jeder Versuch, den Kapitalismus zu bekämpfen und letztlich zu überwinden, auf allen Ebenen mit der Gegenwehr seiner herrschenden Klasse, der Bourgeoisie, und ihres Staates konfrontiert ist. In Schulen und Universitäten wird der jungen Generation die Staatsdoktrin des Antikommunismus eingehämmert, die bürgerliche Presse hetzt gegen uns und dämonisiert unsere Bewegungen. Überall da, wo Menschen für ihre Interessen eintreten und sich organisieren, tritt ihnen die Staatsmacht wo nötig brutal in ihrem nackten Klassencharakter entgegen. Demonstrationen werden immer rigoroser verboten, behindert, mit Schlagstöcken, Pfefferspray und Wasserwerfern angegriffen, wir und unsere Verbündeten werden kriminalisiert, eingesperrt und isoliert. Und überall dort, wo die staatlichen Repressionsmittel nicht ausreichen, bedient sich die herrschende Klasse Schergen und Handlangern, die uns mit staatlichen Geldern und geheimdienstlicher Unterstützung bekämpfen, uns einzuschüchtern und zu spalten versuchen. Die Rede ist von Faschisten aller Couleur. Die historische Aufgabe des Faschismus aus Sicht der Herrschenden war die Zerschlagung der Arbeiter_innenbewegung. Ob NPD, Kameradschaften oder bewaffnet mordende Terrorgruppen wie der „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU), ihre Funktion bleibt auch heute objektiv dieselbe: Sie sollen unseren Widerstand bekämpfen, linke Kräfte schwächen und die Empörung und Verzweiflung der Menschen im Kapitalismus durch ihre rassistische und antisemitische Propaganda auf der einen und ihre soziale Demagogie auf der anderen Seite in Bahnen lenken, die dem System nicht gefährlich werden können, sondern ihm sogar in die Hände spielen. Das können wir hierzulande, in noch beängstigeren Dimensionen aber in anderen Ländern beobachten, so zum Beispiel in Griechenland, wo die faschistische Partei Chrysi Avgi bei den letzten Wahlen im Mai über 20 Sitze im Parlament erhalten hat. Je tiefer die Krise des Systems, je offensichtlicher sein menschenfeindlicher und irrationaler Charakter, desto fruchtbarer der Boden, auf den die neofaschistische Ideologie fällt. Daraus ergibt sich für uns die Schlussfolgerung, dass der Aufbau antifaschistischer Abwehrorganisationen einen notwendigen Teil unserer revolutionären Arbeit darstellt.

   Und weil diese Erkenntnis wirkungslos bleiben muss, wenn sie nicht praktisch wird, wird aus einem Teil der MAT eine eigenständige Antifa-Gruppe hervorgehen, deren Aufgabe darin bestehen soll, gemeinsam mit anderen Gruppen aus der Region eine schlagkräftige und koordinierte antifaschistische Praxis zu entwickeln: Antifa Aufbau Tübingen

   Die SDAJ Tübingen und die Antifa Aufbau Tübingen werden in Zukunft eng und solidarisch zusammenarbeiten und sich gegenseitig unterstützen. Revolutionärer Aufbau und antifaschistischer Widerstand bilden keinen Gegensatz, sondern eine notwendige Einheit. Aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen in beiden Bereichen halten wir es im Augenblick jedoch für sinnvoll, sie organisatorisch voneinander zu trennen.

   Die Marxistische Aktion Tübingen hat sich also weder einfach gespalten, noch werden ihre Arbeit und die Menschen, die sie getragen haben, spur- und geräuschlos von der politischen Bühne verschwinden. Die Genoss_innen, die in der MAT gemeinsam gelernt, gemeinsam gearbeitet und gemeinsam gekämpft haben, werden weder das Lernen, noch das Arbeiten, noch das Kämpfen einstellen, sondern sie haben die Form ihres jeweiligen Engagements bewusst und nach langer Diskussion den Erfordernissen der aktuellen Situation angepasst. Wir sind der Überzeugung, dass dieser Schritt eine Weiterentwicklung und letztlich eine Stärkung unserer Strukturen bedeutet. Der Schritt, den wir hiermit vollziehen, steht im Einklang mit dem Selbstverständnis, das wir vor drei Jahren formuliert haben: „Es gilt eine gemeinsame revolutionäre Organisation aufzubauen, uns zu vernetzen, uns zusammenzuschließen! Gemeinsam kämpfen heißt für uns internationale, antirassistische Solidarität und konzentrierter Einsatz für eine andere Welt.“ Und dies können wir nur schaffen, wenn es uns gelingt „kommunistische Theorie und Praxis so zu verbinden, dass in ihnen die Interessen, Bedürfnisse und Wünsche jenes großen Teils der Menschheit ihren Ausdruck finden, der vom Kapitalismus kein gelingendes Leben zu erwarten hat.“

In diesem Sinne: Die Versammlung ist hiermit beendet!

Aber: Der Kampf geht weiter!

Gegen Faschismus und Kapitalismus!

Gemeinsam kämpfen für eine revolutionäre Perspektive, für die soziale Revolution, für den Kommunismus!

P.S.: Wir werden noch einige Zeit per Mail erreichbar sein, von heute an aber weder bei Aktionen noch in Bündnissen weiter als MAT in Erscheinung treten. Unsere Homepage wird, solange dies möglich ist, zu Dokumentationszwecken weiter online bleiben. Sämtliche von uns veröffentlichte Broschüren sowie die von uns ausgearbeiteten Lesekreise können auch in Zukunft auf den jeweiligen Blogs #INFO und AK-Theorie abgerufen werden.

Zum diesjährigen 1. Mai haben wir dazu aufgerufen, sich in Form eines internationalistischen, klassenkämpferischen Blocks an der Demo des DGB in Tübingen  zu beteiligen. Uns ging es dabei darum, auch auf den Veranstaltungen jener Gewerkschaften, die durch ihre kollaborationistische Linie objektiv die Interessen des Kapitals vertreten, konsequent antikapitalistische Positionen unüberhörbar zu machen. Das ist uns mit unserem Block auch gelungen, und in dieser Hinsicht kann unsere Beteiligung an der DGB, SPD und Linkspartei dominierten Demo in jedem Fall als Erfolg gewertet werden.

 

Bankenkrise? Schuldenkrise? Eurokrise? Der Kapitalismus ist die Krise!

Seit vielen Monaten hört man in den Massenmedien und von bürgerlichen Politikern, die Menschen hierzulande und in anderen, v.a. den südeuropäischen Ländern hätten über ihre Verhältnisse gelebt, weshalb „wir“ nun „sparen“ müssten. Dabei wird gerne vergessen, dass die jetzige sog. „Eurokrise“ auch eine Folge der Wirtschaftskrise ist, die in Europa 2008 durchschlug.

Milliarden werden bereit gestellt, um Banken zu „retten“ oder um das Vermögen derjenigen, die z.B. griechische Staatsanleihen gekauft haben, zu sichern. Während jedoch die Staaten ihre Schulden langsam zu reduzieren versuchen, indem v.a. bei Rentner_innen, Staatsangestellten, Arbeitslosen und den übrigen Lohnabhängigen gekürzt wird und dringende Aufgaben in der Infrastruktur, im Bildungssystem und der öffentlichen Daseinsvorsorge liegen bleiben, steigen die Vermögen der Wohlhabenden und Superreichen immer weiter an. In den letzten Jahren ist beispielsweise die Zahl der Vermögensmillionäre in Deutschland gestiegen – aber uns erzählt man, dass „wir“ sparen müssten!

[Zu unserem gesamten Aufruf]

Seit nunmehr über 120 Jahren ist der 1. Mai der Internationale Kampftag der Arbeiterbewegung. Auch wenn die großen deutschen Gewerkschaften seit langer Zeit nicht mehr gegen die kapitalistische Klassengesellschaft kämpfen, sondern stattdessen mit dem Kapital zusammenarbeiten und Kompromisse zum Schaden der Werktätigen eingehen, sollten wir an der vom DGB organisierten Demonstration am 1. Mai in Tübingen teilnehmen.

Lasst uns den Herrschenden unmissverständlich zeigen, dass wir uns die Lasten der Krise nicht aufbürden lassen! Das Kapital soll seine Krise selbst bezahlen! Wir wollen in einer Gesellschaft leben, die unsere Bedürfnisse befriedigt, statt den Konzernen immer größere Profite zu ermöglichen!

Lasst uns kämpferische Demonstrationen organisieren und gegen den Kapitalismus auf die Straße gehen!

1.Mai-Demo in Tübingen:
Treffpunkt: 10.30 Uhr Europaplatz
Anschließend Demo zum Marktplatz

Für einen klassenkämpferischen 1. Mai 2012 – in Tübingen und weltweit!

„Wir müssen Sorge tragen, dass der Frauentag nicht nur eine glänzende Demonstration für die politische Gleichberechtigung des weiblichen Geschlechts, sondern darüber hinaus der Ausdruck einer Rebellion gegen den Kapitalismus, eine leidenschaftliche Kampfansage all den reaktionären Maßnahmen der Besitzenden und ihrer willfähigen Dienerschaft, der Regierung ist.“ Clara Zetkin


Frauen die kämpfte
n – waren Frauen die lebten! [Auszug aus dem Flyer der Frauengruppe Stuttgart]

Der Internationale Frauenkampftag geht auf die Kämpfe der Textilarbeiterinnen in den USA zurück. Bereits 1857 kam es am 8. März in New York zu einer Demonstration gegen unmenschliche Arbeitsbedingungen und für gleichen Lohn bei gleicher Arbeit. Im Jahr 1909 kam es während einem Streik von Textilarbeiterinnen zu einem Massaker, bei dem diese in der Fabrik eingesperrt wurden und 129 Frauen durch ein vorsätzlich gelegtes Feuer starben.

Ausgehend von den internationalen Arbeiterinnenprotesten in Textilindustrie und Tabakfirmen kam die Initiative zum Internationalen Frauenkampftag von der Sozialistin Clara Zetkin, die den Antrag zur Einführung eines jährlichen internationalen Kampftages der Frauen bei der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen im Jahr 1910 einbrachte.

Die damaligen Forderungen waren vielfältig: Frauenwahlrecht, Arbeitsschutzgesetze, Gleichbehandlung auf dem Arbeitsmarkt, höhere Löhne, Senkung der Lebensmittelpreise, die Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs, 8-Stunden-Tag, Mutter- und Kinderschutz, Festsetzung von Mindestlohn und der Kampf gegen imperialistische Kriege.

Am ersten Internationalen Frauentag 1911 demonstrierten alleine in Deutschland alleine mehr als eine Million Frauen. Seitdem ist der Tag für Frauen weltweit ein wichtiger Bezugspunkt, denn nach wie vor wurden die gesetzten Forderungen nicht erfüllt und ist kein Ende von patriarchalen Verhältnissen in Sicht!

Weil 100 Jahre nicht genug waren!

Jahrzehntelang haben Frauen ihre Rechte erkämpft, gewonnen und verteidigt. Doch bei genauerer Betrachtung stellen wir fest, dass wir von der Erfüllung der gesetzten Ziele noch weit entfernt sind und gerade die ökonomischen Forderungen auf dem Arbeitsmarkt haben sich nur partiell erfüllt.

Nach wie vor verdienen Frauen durchschnittlich weniger als Männer: In der BRD liegt der Unterschied bei 23% – damit befindet sich die BRD im unteren Viertel im europäischen Vergleich (Durchschnitt 17,4%). Wenn wir zu dem Niedriglohnsektor Teilzeit- und geringfügig Beschäftigte dazu zählen, so liegt der Anteil von Frauen bei insgesamt 70%. Von allen Vollzeitbeschäftigten ist nur ein Drittel weiblich.

Frauen sind genauso wie Männer dazu gezwungen, ihre Arbeitskraft zu verkaufen, dies jedoch unter deutlich schlechteren Bedingungen. Niedrige Stundenlöhne, Billig- und Teilzeitjobs, sowie befristete Verträge verhindern ein sicheres Einkommen und erschweren dazu eine Einflussnahme auf die eigenen Arbeitsverhältnisse.

Frauen und Männer gemeinsam gegen Kapitalismus und Patriarchat!
Schluss mit doppelter Unterdrückung und Ausbeutung der Frau!

Frauen dienen der herrschenden Klasse als billige und flexible Arbeitskräfte und Lohndrückerinnen. Mit der schlechten Entlohnung der Frau bekommt gleichzeitig der Mann immer weniger Lohn. Somit werden Frauen benutzt um den kapitalistischen Verhältnissen entsprechend Profit weiter zu steigern.

Damit nicht genug, fällt nach wie vor in der heutigen Gesellschaft die Reproduktionsarbeit mehrheitlich der Frau zu. Das bedeutet, dass sie sich um die Kindererziehung und Hausarbeit kümmert. In diesem Sinne unterliegt die Frau einer doppelten Ausbeutung – der ökonomischen, der auch das andere Geschlecht unterliegt, und der frauenspezifischen.

Nach all dem wird klar, dass der Frauenkampf unbedingt mit dem revolutionären Kampf der Arbeiter_Innen gegen den Kapitalismus verbunden sein muss. In diesem Sinne kämpfen wir für eine Gesellschaft, in der die kapitalistische Ordnung, die Herrschaftsverhältnisse und die Frauenunterdrückung überwunden sind und Menschen unabhängig von Profit und irgendwelchen Geschlechterrollen ihr Zusammenleben organisieren können.

Heraus zum Internationalen Frauenkampftag 2012!

Wir werden nicht weitere 100 Jahre auf die Befreiung von patriarchalen Herrschaftsverhältnissen und kapitalistischer Ausbeutung warten. Im Rahmen des Internationalen Frauenkampftages am 8. März rufen wir alle Frauen und Männer auf, sich an dem Kampf für eine Gesellschaft ohne Sexismus, Rassismus, Krieg, patriarchalen und kapitalistischen Strukturen zu beteiligen.

Lasst uns gemeinsam für einen weltweiten Kampf aller Frauen und stellvertretend für die unzähligen namenlosen Frauen, die sich mit ihrem Herz, ihrem Verstand und oft mit ihrem Leben gegen Patriarchat, Faschismus und Imperialismus und für eine revolutionäre Perspektive jenseits der kapitalistischen Ordnung eingesetzt haben, dem Patriarchat, den Herrschafts- und Ausbeutungsstrategien entgegensetzen und für eine andere Gesellschaftsordnung auf die Straße gehen.

Make riots not diets! Sexsimus bekämpfen!

Als Teil des kapitalistischen Systems, welches die Unterdrückung der Frau permanent reproduziert, kommt häusliche und sexualisierte Gewalt von Männern gegen Frauen hinzu. Jede dritte Frau hat sexualisierte Gewalt erlebt, somit sind Vergewaltigung und Missbrauch Bestandteil des patriarchalen Alltags. Erst 1997 wurde in der BRD die Vergewaltigung in der Ehe unter Strafe gestellt.

Mit Hilfe von Werbung werden Frauen sexualisiert als Ware dargestellt und wird ein Schönheitsideal kreiert, wovon einzig und alleine die Industrie profitiert hergestellt.

Menschen, die der heterosexuellen Norm nicht entsprechen, wie schwule, bisexuelle, transsexuelle und intersexuelle Menschen, sind gesetzlich und gesellschaftlich stetig Diskriminierungen ausgesetzt.

Diejenigen, die sich gegen die vorgegebenen hierarchischen Geschlechterverhältnisse stellen, werden nach wie vor von breiten Teilen der Gesellschaft ausgegrenzt und als „unnormal“ bezeichnet.

Wir sagen Schluss damit! Wir sind weder Sexobjekte noch brave Hausfrauen! Wir haben den alltäglichen Sexismus und die heterosexuelle Norm in dieser Gesellschaft satt. Wir bestimmen selbst über unseren Körper und unsere Sexualität!

Heraus zum internationalen Frauenkampftag 2012!

Termine:
Fr. 09.03.2012 findet eine Veranstaltung mit Christina Frank (ver.di Gewerkschaftssekretärin) zu aktuellen Arbeitskämpfen und prekären Beschäftigungssituation der Frau in unserer Gesellschaft, um 19:00 Uhr im Linken Zentrum Lilo Herrmann statt.

Sa. 10.03.2012 geht es um 15:00 auf die Straße wir treffen uns an der Lautenschlagerstraßen um verschiedene Aktionen durchzuführen!
Anschließend leckere Vokü mit musikalischer Begleitung im Linken Zentrum Lilo Herrmann

Fr. 23.03.2012 wird der Film “Bread and Roses” um 19:00 Uhr im Linken Zentrum Lilo Herrmann gezeigt.

Kontakt: Frauengruppe.Stuttgart@gmx.de

Nachtrag: Am Donnerstag, 08. März, haben Aktivist_innen der MAT ein Flugblatt zum Internationalen Frauen(kampf)tag auf dem Holzmarkt in Tübingen verteilt. Hier gibt es den Flyer zum Download: Internationaler Frauentag 2012

Gegen Repression und Polizeigewalt!
Für eine starke antifaschistische Bewegung!

Chris saß von Anfang August bis Mitte Dezember 2011 über vier Monate in Untersuchungshaft in der JVA Stammheim. Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, im Rahmen antirassistischer Protestaktionen gegen ein Aktionswochenende der rechtspopulistischen Zusammenhänge „Bürgerbewegung Pax Europa e.V.“ und „PI – Politically Incorrect News“ Anfang Juni diesen Jahres in Stuttgart einfache Körperverletzungsdelikte begangen zu haben. Seine unvermittelte Inhaftierung zwei Monate später, im August, war nur der Gipfel polizeilicher Maßnahmen gegen die engagierten AntirassistInnen: Mit Pfefferspray, Schlagstöcken und nachträglichen Verfahren sollten alle Beteiligten eingeschüchtert und kriminalisiert werden. Es ist nichts Neues: Während rassistische Gewalttaten und Morde ausufern, konzentrieren staatliche Stellen sich auf die Verfolgung derjeniger, die sich dem gefährlichen rechten Treiben als Erste entgegenstellen.

Das weitere Vorgehen gegen Chris bestätigte den politischen Charakter der staatlichen Maßnahmen: In einem Indizienprozess wurde er ohne Beweise zu 11 Monaten Haft verurteilt, während das brutale Vorgehen der Polizei, sowie widersprüchliche Zeugenaussagen ignoriert und relativiert wurden. Die folgenden Monate verbrachte er weiter in Untersuchungshaft, bis ein richterlicher Beschluss des Landgerichts Mitte Dezember eine Haftentlassung gegen restriktive Kautionsauflagen anordnete.

Antirassistische Prozessmobilisierungen, zahlreiche Solidaritätsaktionen und solidarische Veröffentlichungen sorgten im Laufe der Haftzeit für ein klares Zeichen gegen staatliche Willkür und rassistische Hetze.

Nun steht der Berufungsprozess gegen Chris vor dem Stuttgarter Landgericht an. Auch dieses Mal werden wir deutlich machen, dass der Schlag gegen ihn ein Schlag gegen uns alle ist. Was hier angeklagt werden soll, ist der legitime Widerstand gegen rassistische Hetzer – und den werden wir uns nicht nehmen lassen.

Dafür stehen wir zusammen – ob auf der Straße oder im Gerichtssaal!
Nur durch praktische Solidarität können wir erfolgreich sein!

Solidarität mit Chris!

Termine:

21. Februar: Infoveranstaltung
(Organisiert durch die Ver.di Jugend)
19 Uhr, Altes Feuerwehrhaus
(Erwin-Schöttle-Platz, S-Heslach)

29. Februar, 7. März und 15. März
Verhandlung vor dem Landgericht
(Urbanstr. 20)
8 Uhr: Kundgebung
9 Uhr: Prozessbeginn

Es braucht keinen „Trauermarsch“ in Dresden, um den Geschichtsrevisionismus der Nazis zu erkennen. Eine Instrumentalisierung und konsequente Umdeutung der Geschichte zu ihren Nutzen, eint, als ein Charakteristikum unter vielen, die faschistischen Bewegungen seit ihrem Aufkommen und Entstehen.

Mit dem Ziel, eine konsequente Umsetzung der Interessen des Finanzkapitals zu gewährleisten und die Zerschlagung der ArbeiterInnenbewegung bei gleichzeitiger Etablierung einer eigenen Massenbasis voran zu treiben, konstruieren Nazis eine völkisch aufgeladene Körperschaft, welche biologistisch-rassistisch begründet und durch eine gewisse Historie legitimiert werden soll. Gepaart ist diese Zielsetzung meist mit eliminatorischem Vorgehen gegen die politischen GegnerInnen und Menschengruppen, die nicht in ihr, auf Inklusion und Exklusion basierendes Weltbild passen. Damit ist das menschenverachtende und gewalttätige Moment geschichtsverfälschender Tendenzen enttarnt, und mahnt alle zur Gegenwehr!

Aus Dresden lernen!

Mit einer seit 1994 regelmäßig stattfindenden „Mahnwache“ wird am 23. Februar 2012 in Pforzheim wieder der Versuch unternommen, reaktionäres und geschichtsverfälschendes Gedankengut salonfähig zu machen und den Verlauf der Geschichte umzukehren. Ähnlich der Versuche in Dresden, werden die antifaschistischen, militärischen Abwehrkämpfe der Alliierten als Verbrechen deklariert und es wird der „deutschen Opfer der Luftangriffe“ gedacht. Diese „Gedenkfeier“ stellt einen Zentralen Punkt faschistischer Umtriebe in der Region dar, und es gilt diese zu verhindern! Lasst uns Dresden zum Vorbild nehmen, und den Nazis einen wahren Grund zum Trauern liefern. Beteiligt Euch am antifaschistischen Protest in Pforzheim – Lasst uns gemeinsam, mit allen Mitteln, den Nazis in die Suppe spucken!

Die Antifaschistische Aktion aufbauen!

Demobeginn 17:30 Uhr Pfälzer Platz, Pforzheim

Zugtreffpunkt für eine gemeinsame Anreise nach Pforzheim:

23.02.2012 14:45 Uhr Tübinger Bahnhof (Abfahrt 15:05 Uhr)

Mit einer Demonstration am 25. Februar in Schorndorf, unter dem Motto: „Laut gegen rechte Gewalt„ soll an jenem Tag auf die Gewalttätigkeit faschistischer Umtriebe hingewiesen und die dort ansässigen Menschen für einen entschlossenen antifaschistischen Abwehrkampf sensibilisiert werden. Unlängst wurde in Winterbach, im Rems-Murr-Kreis, eine Gartenhütte von Nazis in Brand gesteckt, nachdem sich Menschen in diese geflüchtet hatten, in der Hoffnung, so den Nazischlägern zu entkommen. Aber auch Waffenfunde bei organisierten Nazis im Backnanger Raum, NPD-Konferenzen in Korb und mehrere größere faschistische Feiern in Weiler, Winnenden oder Aspach haben im vergangenen Jahr gezeigt, dass Nazis den Kreis intensiv für ihre gefährlichen Aktivitäten nutzen. Den Versuchen der Nazis in dieser Region Fuß zu fassen, stellen wir einen entschlossenen antifaschistischen Abwehrkamp entgegen und rufen zur kämpferischen Teilnahme an dieser Demonstration auf!

Die Antifaschistische Aktion aufbauen!

Demobeginn 16: 30 Uhr Bahnhof, Schorndorf

Zugtreffpunkt für eine gemeinsame Anreise nach Schorndorf:

25.02.2012 14:45 Uhr Tübinger Bahnhof (Abfahrt 15:00 Uhr)

Antifaschistischen Widerstand organisieren!
Am 18. Februar 2012 planen mehrere tausend Faschisten aus dem gesamten Bundesgebiet und darüber hinaus in Dresden aufzumarschieren. Der jährlich stattfindende Aufmarsch hat seine Anfänge Ende der 90er Jahre und ist schon lange eines der zentralen Events der deutschen und europäischen Naziszene. Der Anlass ist die Bombardierung Dresdens durch die Alliierten am Ende des 2. Weltkrieges. Die Nazis versuchen im Rahmen ihrer Aktionen von den Verbrechen ihrer historischen Vorläufer abzulenken, diese zu relativieren und Nazideutschland in eine Opferrolle zu versetzen.

Dank vielfältigem antifaschistischem Protest konnten die Faschisten in den Jahren 2010 und 2011 erstmals nicht wie geplant marschieren. Mehrere tausend Antifaschist_innen verhinderten mit Blockaden und direkten Aktionen trotz riesigen Polizeiaufgeboten den Aufmarsch der Faschisten. Positiv war vor allem, dass sich tausende engagierte Antifaschist_innen aus einem sehr breiten Spektrum in den letzten beiden Jahren mit der Teilnahme an Blockaden das Recht nahmen, durch zivilen Ungehorsam den vom Staat vorgegebenen Aktionsrahmen zu überschreiten. In den letzten Jahren stellte sich heraus, dass es gerade das Zusammenspiel von antifaschistischen Aktionen auf verschiedenen Ebenen ermöglichte, die Polizeikräfte derart zu binden und zu desorganisieren, dass einer Demo der Faschisten keinen Schutz mehr geboten werden konnte.

Zum ganzen Aufruf:  Bitte hier weiterlesen

Auf nach Dresden!
Mit einer gemeinsamen Mobilisierung gegen den Dresdner Naziaufmarsch im Februar 2012 knüpfen wir an die vielseitigen Erfahrungen der letzten Jahre an. Nach dem großen öffentlichen Aufschrei infolge der Aufdeckung rechtsterroristischer Strukturen, die einen festen Teil des Geflechts aus Kameradschaften und NPD bilden, gilt es gerade jetzt mit einer starken antifaschistischen Gegenwehr auf Naziaktivitäten zu antworten.
Während faschistische Terrorzellen mit staatlicher Unterstützung fleißig an der Umsetzung ihrer mörderischen Ideologie arbeiten, setzt derselbe Staat alles daran, antifaschistischen Protest mit umfangreichem Engagement zu behindern, zu diffamieren und zu kriminalisieren.
Es gibt keinen Grund in diesem rechts offenen Sumpf nach Beistand zu suchen: Der entschlossene und aufrichtige Kampf gegen Nazis muss sich gegen staatliche Angriffe verteidigen können und alle NazigegnerInnen zu einem solidarischen, selbstbestimmten und offensiven Handeln ermutigen.

Lasst uns dafür Strukturen schaffen – nutzen wir unsere gemeinsame Stärke!
Machen wir Dresden auch im Jahr 2012 zu einem Symbol für organisierte antifaschistische Gegenwehr! Die Antifaschistische Aktion aufbauen!

Mobilisierungs – und Infoveranstaltungen in der Region:

1. Februar 2012      Schelling-Hausbar     20 Uhr
3. Februar 2012  
   Zelle Reutlingen         20 Uhr

Dort erhaltet Ihr alle Infos und Material, sowie Karten für den Bus aus Tübingen!
Achtet auf weitere Ankündigungen, hier auf unserer Homepage und auch unter:
www.antifareisen.tk und www.antinazibus.blogsport.de.

¡Solidaridad con los estudiantes mexicanos en pie de lucha!
¡Contra la represión y el terrorismo estatal!

In den letzten Wochen  haben sich die Repressalien gegen diverse linksorganisierte Student_innengruppen in Mexiko weiter verstärkt. So wurden im Dezember bei einer Straßenblockade in Guerrero zwei linke Demonstranten von der Polizei in aller Öffentlichkeit erschossen, Anfang Januar kam es nun zu einem politisch motivierten Messerangriff auf einen Bewohner einer “casa de estudiantes” in Tepito in Mexico City. Im Folgenden dokumentieren wir eine Protestadresse, um deren solidarische Unterstützung und Verbreitung uns die kämpfenden Aktivist_innen in Mexiko gebeten haben:

„Die Organisationen und Privatpersonen, die wir dieses Schreiben unterzeichnen, wollen damit unsere Ablehnung der Aggressionen zum Ausdruck bringen, denen die Bewohner_innen der Honorable Casa Nacional de Estudiantes (HCNE) in Mexiko Stadt ausgesetzt waren und sind. […] Diese Aggressionen haben sich von Drohungen im Internet, direkten Bedrohungen, über Attacken gegen die Eingänge des besagten Gebäudes bis hin zu dem gestern sich ereigneten  Messerangriff auf Pablo Téllez gesteigert, als dieser gegen 21:15 dort eintraf. […]

Es ist für alle sehr schädlich, dass die politischen Gruppen, die der Regierungsmacht nahestehen [Anm.: gemeint ist die PRD Regierung des Distrito Federal], versuchen, in das Leben der sozialen Bewegungen einzugreifen und vor allem Anstrengungen unternehmen, sich Räume anzueignen, die historisch immer Bastionen der sozialen Kämpfe für eine bessere Welt waren [Anm.: die Casa de Estudiantes]. Es ist unglaublich, dass die aus der parlamentarischen „Linken“ hervorgegangenen Regierungen jetzt die sozialen Bewegungen angreifen. Zuerst der Angriff auf die Studierenden des Landinternats von Ayotzinapa im Staat Guerrero (ebenfalls von der PRD regiert), und jetzt auf die HCNE, die seit 101 Jahren Personen mit eingeschränkten Ressourcen Unterkunft bietet, eine Unterstützung, die darüber hinaus von keiner der Regierungen angeboten wird, die die parlamentarische „Linke“ in unserem Land innehat oder unterstützt.

Aus diesem Grund erheben wir unsere Stimme, auf dass die Aggressionen gegen die organisierten Studierenden der Stadt Mexiko und ihrer urbanen Umgebung ein für alle Mal aufhören. Dafür, dass die Ereignisse umgehend aufgeklärt, die Täter ausfindig gemacht und zur Rechenschaft gezogen werden.“

Zu unserer ausführlicheren Solidaritätserklärung:  bitte hier weiterlesen

¡Frente a la represión acción unificada! – Gegen die Repression einheitliche Aktion!
Wir sind in Deutschland heute leider weit davon entfernt, unseren Genoss_innen und Verbündeten in anderen Teilen der Welt tatsächliche praktische Hilfe zukommen lassen zu können. Aber eben darum gehört es zu unseren wichtigsten Aufgaben als Kommunist_innen, unsere Strukturen und Netzwerke weiter auszubauen – auf dass es eines Tages nicht bei gut gemeinten Solidaritätsbekundungen bleiben muss und der Kampf gegen die herrschenden Verhältnisse tatsächlich international geführt werden kann!

Solidarität mit allen fortschrittlichen Kräften in Mexiko!
Für den organisierten Klassenkampf, Schulter an Schulter mit all unseren Brüdern, Schwestern und Genoss_innen, überall auf der Welt!

Hoch die internationale Solidarität!

Auf nach München gegen  die “Sicherheitskonferenz” (SiKo) am 4. Februar!
In Tübingen finden im Vorfeld Mobilisierungsveranstaltungen gegen die Konferenz der Regierungsvertreter, Militärs, Kriegsstrategen und Rüstungslobbyisten in München statt. Wir rufen dazu auf, dort vorbeizuschauen und mit uns zur Demonstration nach München zu fahren.

Wir veranstalten einen gemeinsamen Vortragsabend mit der Informationsstelle Militarisierung e.V. (IMI) am

25. Januar 2012, 20:00 Uhr (zuvor VoKü, im Anschluss Barbetrieb)
Hausbar der Schellingstrasse
Vortrag mit Christoph Marischka:
“Der Krieg gegen die Armut.
Pirateriebekämpfung und der Flottenaufmarsch am Horn von Afrika”

So genannte „gescheiterte Staaten“ stehen im Mittelpunkt westlicher Interventionsstrategien und als Prototyp eines solchen gilt Somalia. Doch jenseit von „Pirateriebkämpfung“ und „Hungerkatastrophe“ ist über die tatsächlichen Interventionsformen, mit denen in Somalia längst experimentiert wird, und deren Folgen kaum etwas bekannt. Im Vortrag werden am Fall Somalia beispielhaft das westliche Krisenmanagement und dessen Gefahren beschrieben. Sollte es sich beim „Scheitern“ von Staaten und dem daraus resultierenden „Machtvakuum“ um selbst erfüllende Prophezeiungen handeln, die westlichem Interventionismus Vorschub leisten und zugleich die Gefahr von Stellvertreterkonflikten zwischen den Intervenierenden bergen? Welche Rolle könnte die maritime Aufrüstung der Region unter dem Stichwort „Pirateriebkämpfung” im Falle eines militärischen Konfliktes mit dem Iran spielen?

Download Flyer: Siko Flyer 2012

Gemeinsame Anreise:
Im Anschluss an beide Vorträge wird es auch organisatorische Hinweise zu den Protesten gegen die Münchner Sicherheitskonferenz und zur gemeinsamen Anfahrt geben. Höchstwahrscheinlich wird es eine gemeinsame Anfahrt aus Tübingen geben, Informationen dazu folgen in Kürze.

ACHTUNG! Weitere Veranstaltung:
Die “SiKo” und die herrschende Weltordnung -
ein Überblick über historische und aktuelle Themen und Konflikte auf der Münchner Sicherheitskonferenz.
24. Januar 2012, 20:00 Uhr, Schlatterhaus, mit Jürgen Wagner u.a.
(Veranstalter: IMI,  ATTAC Tübingen, Friedensplenum/Antikriegsbündnis Tübingen)

Das Jahr 2011 war geprägt von vielfältigen Aktionen, von kämpferischen Demonstrationen und zahlreichen Veranstaltungen mit antifaschistischen, antimilitaristischen oder frauenkämpferischen Inhalten. Wir möchten uns bei allen bedanken, mit denen wir 2011 gemeinsam in Tübingen, Berlin, München, Heilbronn, Dortmund, Bonn oder Dresden aktiv waren, die unsere Veranstaltungen besucht oder mit uns den Prozess von unserem Genossen Chris in Stuttgart begleitet haben. Wir freuen uns, dass die mehr als vier Monate andauernde Untersuchungshaft gegen ihn endlich am 19. Dezember außer Kraft gesetzt wurde, rufen aber weiterhin dazu auf, den Prozess zu verfolgen und der Kriminalisierung von Antifaschist_innen und linken Kräften entschlossen entgegenzutreten!

Eine gute Gelegenheit, Solidarität mit den Betroffenen staatlicher Repression zu zeigen, ist die Silvesterdemo in Stuttgart. Nähere Infos dazu unter: http://silvesterdemo0711.tk/.
Dort findet ihr auch nochmals einen chronologischen Rückblick auf Ereignisse und Mobilisierungen der vergangenen Monate.

Damit kommen wir auch schon zum Ausblick auf ein revolutionäres Jahr 2012:
am 15. Januar findet in Berlin die Liebknecht-Luxemburg-Demonstration statt: auf der Homepage der Demo finden sich Aufruf, Infos über die
Anfahrtsmöglichkeiten mit Bussen etc.: http://www.ll-demo.de

Am 4. Februar werden wieder viele von unseren Genoss_innen in München unter dem Motto “kein Frieden mit der NATO – kein Frieden mit
dem Kriegsgeschäft” gegen die Sicherheitskonferenz (SIKO) protestieren. Informationen in Kürze auf unserer Homepage und unter: http://sicherheitskonferenz.de

Außerdem schon eine Vorabinfo für den 18. Februar: auch in diesem Jahr gilt es wieder, den größten Naziaufmarsch Europas in Dresden zu verhindern! Schaut am besten regelmäßig hier auf der Homepage vorbei, wir werden euch über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden halten.

Für ein revolutionäres 2012!
Für den Kommunismus!

#INFO-Seite online!

Alle #INFO-Broschüren der MAT gibts zum Download unter infomat.blogsport.de